Zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung

Diese zweijährige Schulform "Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung " bietet jungen Menschen eine gute Möglichkeit - aufbauend auf dem Hauptschulabschluss - einen mittleren Bildungsabschluss zu erreichen.
Im Einzelnen gilt:


1. Aufgaben und Ziele
Die zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung vermittelt eine berufs-feldbezogene Grundbildung für entsprechende Ausbildungsberufe (Grundbildungsstufe der Berufsschule), die auch den direkten beruflichen Einstieg in kaufmännische Tätigkeiten ermöglicht. – Sie führt bei erfolgreicher Beendigung zum Erwerb eines dem mittleren Abschluss gleichwertigen schulischen Abschlusses (Mittlere Reife).
 
2. Erworbene Berechtigungen bei erfolgreichem Abschluss

  • Der erfolgreiche Besuch der zweijährigen Berufsfachschule kann nach Maßgabe des § 7 Berufsbildungsgesetz vom 23. März 2005 (BGBl. I S.931) auf die Ausbildungszeit angerechnet werden.
  • Besuch einer Fachoberschule (Typ A) zum Erwerb der Fachhochschulreife (Fachabitur) *)
  • Besuch einer gymnasialen Oberstufe zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) *)

*) = unter Beachtung bestimmter Eingangsvoraussetzungen dieser Schulformen (Zeugnisnoten, Gutachten)

 
3. Zugangsvoraussetzungen
In die zweijährige Berufsfachschule können Schülerinnen/Schüler aufgenommen werden,
 

  1. die über den qualifizierenden Hauptschulabschluss verfügen oder
  2. über den Hauptschulabschluss mit jeweils mindestens befriedigenden Leistungen in zwei der drei Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik verfügen und in keinem der drei Fächer schlechtere als ausreichende Leistungen haben und in allen übrigen Fächern im Durchschnitt  mindestens befriedigende Leistungen erbracht haben und deren Lernentwicklung, Leistungsstand und Arbeitshaltung von der Klassenkonferenz der abgebenden Schule in einem schriftlichen Gutachten für geeignet gehalten werden, einen dem mittleren Abschluss gleichwertigen Anschluss in einer zweijährigen Berufsfachschule zu erreichen
  3. die das 18. Lebensjahr bei Schulbeginn noch nicht vollendet haben und
  4. die noch keine zweijährige Berufsfachschule in einem anderen Berufsfeld oder einer anderen Berufsrichtung mehr als ein Jahr besucht und noch keine duale Berufausbildung absolviert haben.

 
4. Aufnahmeverfahren    

  • Die Anmeldung an der Klingerschule erfolgt über die bisher besuchte Schule bis spätestens 31. März eines jeden Jahres
  • Der Anmeldung, die von den Eltern an die abgebende Schule bis zum 15.02. zu stellen ist, sind das Bewerbungsschreiben, das letzte Halbjahreszeugnis in beglaubigter Abschrift oder beglaubigter Fotokopie und das qualifizierte Eignungsgutachten unter Angabe des Berufsfeldes (Wirtschaft und Verwaltung) sowie eine elterliche Zustimmung beizufügen.
  • Über die Aufnahme entscheidet der Schulleiter. Die Entscheidung über die vorläufige Aufnahme wird bis spätestens 15. Mai mitgeteilt. Die endgültige Aufnahmeentscheidung wird erst bei Vorlage des die Aufnahmebedingungen einhaltenden Hauptschulabschlusszeugnisses getroffen. Dieses Zeugnis muss durch die abgebende Schule spätestens eine Woche nach Ausstellung der Klingerschule vorgelegt werden.


5. Unterrichtsdauer, Unterrichtsinhalte und Ausbildungsorganisation
Die Ausbildung dauert zwei Jahre (Klassen 10 und 11) in Vollzeitform. Der Unterricht erfolgt nach Lehrplänen und der Rahmenstundentafel. Er gliedert sich im allgemein bildenden Lernbereich in Fächer und im berufsbildenden Lernbereich in berufsfeldbezogenen Unterricht (Lernfelder).  Am Ende des 1. Ausbildungsjahres wird ein vierwöchiges berufsfeldbezogenes Praktikum (teilweise in den Sommerferien) durchgeführt.

Rahmenstundentafel siehe BF Information

6. Leistungsbewertung und Versetzung
Die Leistungsbewertung erfolgt durch schriftliche Arbeiten (Klassenarbeiten), praktische Übungen und andere schulische Leistungen (mündliche Mitarbeit, Hausaufgaben usw.).
Die Versetzung in das zweite Ausbildungsjahr (Klasse 11) ist bei durchgängig mindestens ausreichenden Leistungen (Note 4) gewährleistet. Im berufsbildenden Lernbereich ist eine nicht ausreichende Leistung in der Gesamtnote. Im allgemein bildenden Lernbereich besteht unter bestimmten Bedingungen auch eine Versetzungsmöglichkeit durch Ausgleich. Eine ungenügende Leistung (Note 6) ist in keinem der beiden Bereiche ausgleichbar.
Die Versetzungskonferenz kann  unter Umständen eine Nachprüfung zu Anfang des neuen Schuljahres erlauben. Eine probeweise Versetzung ist nicht möglich.

7. Abschlussprüfung, Prüfungsergebnis und Abschlusszeugnis
Die Abschlussprüfung am Ende des 2. Halbjahres der Klasse 11 besteht aus einem schriftlichen Teil, einer Projektprüfung und ggf. einer mündliche Prüfung. Im schriftlichen Teil sind eine dreistündige Prüfungsarbeit im berufsfeldbezogenen Lernbereich und je eine zweistündige  Prüfungsarbeit in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik anzufertigen.
Die Noten der Klasse 11 und die Noten der schriftlichen Prüfung, einschl. gegebenenfalls der mündlichen Prüfung, und der Projektprüfung bestimmen die Endnoten im Abschlusszeugnis. Dieses erhält, wer die Abschlussprüfung bestanden hat und mindestens ausreichende Leistungen  (Note 4,0) im berufsbildenden Lernbereich erzielt hat. Im allgemein bildenden Lernbereich können mangelhafte Leistungen (Note 5) in gewissem Rahmen, ungenügende Leistungen (Note 6) nicht ausgeglichen werden.
 Die Abschlussprüfung kann einmal nach erneutem Besuch der Klasse 11 wiederholt werden.

8. Schlussbemerkungen
Die zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung bietet jungen Menschen eine berufsfeldbezogene Möglichkeit – aufbauend auf einem qualifizierten Hauptschulabschluss - den höherwertigen mittleren Abschluss zu erreichen und bei guten Ergebnissen unter Umständen zum Fachhochschulabschluss (Fachabitur) oder Gymnasiumsabschluss (Abitur) zu gelangen. Der auf diesem Wege erworbene mittlere Abschluss verbessert deutlich die Chance, einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen Berufsfeld zu erhalten.
Allerdings ist die Berufsfachschule nicht in der Lage, unsichere grundlegende hauptschulische Kenntnisse und Fertigkeiten – insbesondere im wichtigen sprachlichen Bereich – zu beseitigen, da sie wegen den mit dem Abschluss verbundenen Berechtigungen und den Erwartungen der Wirtschaft weiterführend arbeiten muss und ein bestimmtes spezifisches Ausbildungsniveau sicherzustellen hat.
Allen Interessenten und Gutachtern sei daher empfohlen, die Anforderungen im Auge zu behalten und zu prüfen, ob die Schulform und/oder das vorgesehene Berufsfeld der geeignete nächste Schritt nach der Hauptschule ist, - auch wenn die formalen „Notenbedingungen“ vom Bewerber oder der Bewerberin erfüllt werden.
Der im Januar jeden Jahres in der Klingerschule stattfindende Informationsabend verhilft zu einem genaueren Überblick und Einblick und erleichtert die richtige Entscheidung. Für weitere Auskünfte steht die Schulleitung gerne zur Verfügung.
Diese Informationsschrift ist nicht rechtsverbindlich. Sie wurde zwar mit aller Sorgfalt zusammengestellt, im Zweifelsfalle gelten jedoch selbstverständlich die rechtlichen Vorgaben.
Klingerschule, im Januar 2012


Kontakt zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung

Abteilungsleitung Zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung

 

Abteilungsleiterin: Frau Grawenhoff annette.grawenhoff@stadt-frankfurt.de